Grußwort Sommer 2022

Liebe Mitglieder unserer Gemeinde,

„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist”

So beginnt eines der moderneren Kirchenlieder. Oft gesungen bei Aufbrüchen und Neuanfängen, um für das Neue ermutigt zu werden. Auch gerade in Zeiten der Umbrüche, die verunsichern, denn das, was gewohnt, bekannt, lieb gewonnen und vertraut ist, wird Veränderungen unterworfen. Manches davon wird enden. Manches wird in neuer Form fortgesetzt. Einiges bleibt erhalten.

In den zurückliegenden zwei Jahren der Pandemie haben wir gesellschaftliche Umbrüche und Abbrüche erlebt. Wie tiefgreifend diese Veränderungen sind und sein werden, wird die nahe Zukunft zeigen, da wir noch immer in diesem Prozess der Transformationen sind. Hinzu kamen und kommen die aktuellen geopolitischen Umbrüche, die den Frieden in Europa bedrohen. Das alles fordert uns sehr heraus.

In solchen Zeiten werden die Fundamente des eigenen Lebens bedeutsam. Was trägt mein Leben? Ich blicke dann auf die Beziehungen zu den Menschen, mit denen ich mein Leben teile: meine Familie, meine Freunde. Und ich blicke auf das, was meinem Leben festen Halt unter den Füßen gibt. Für mich ist das mein Glaube an Gott. Ein fester Halt in unruhiger Zeit. Natürlich weiß ich, dass das weder das Coronavirus noch den Krieg in der Ukraine sofort aus der Welt schafft. Aber die damit verbundenen Sorgen übermannen mich nicht. Ich bekomme die Kraft, das alles nüchterner wahrzunehmen und einzuordnen. Ich bekomme die innere Ruhe, nicht im Negativen hängen zu bleiben, sondern die jeweilige Krise zu akzeptieren und zu überlegen: Welche neuen Wege müssen nun her?

Diese Frage stellen wir uns als Kirchengemeinde in diesen Wochen auch. Pfarrer Martin Liebschwager wird nach über 38 Jahren Dienst als Pfarrer in Harsewinkel und Marienfeld in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Er ist damit der dienstälteste Pfarrer im Kirchenkreis Halle, und es geht damit gleichzeitig gemeindlich eine Ära zu Ende. Diese Beständigkeit ist besonders und hat unsere Gemeinde nachhaltig geprägt. Leider wird aufgrund der landeskirchlichen Entscheidungen seine Pfarrstelle nicht wiederbesetzt. Das führt natürlich zu großen Umbrüchen und Veränderungen in der Gemeindearbeit. Viele in unserer Gemeinde, besonders die vielen hochengagierten Ehrenamtlichen, fragen sich besorgt: Wie wird es nun weitergehen?

Es wird weitergehen! Sowohl auf vertrauten und gemeindlich etablierten Wegen als auch auf neuen Wegen, die wir ausprobieren und noch finden werden. „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt sich regen, weil Leben wandern heißt”.

So das Lied aus dem Gesangbuch. Ein neuer Weg ist die Einrichtung einer neuen Stelle für eine Diakonin/einen Diakon. Ernsthafte Bewerbungen sind eingetroffen! Ich bin guter Hoffnung, dass das noch in diesem Jahr klappt und wir pastoral weiter verlässlich gut aufgestellt sind. „Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr sein Segen für seine Erde seid.”

Für das Presbyterium ist dieser Zuspruch im Lied wichtig und entlastend! Solche tiefgreifenden Entscheidungen, besonders in einem Schlüsselbereich der Gemeindearbeit, sind nicht risikofrei. Aber wenn wir dieses unter den Zuspruch Gottes stellen, dann vertrauen wir darauf, dass dies Wege werden, die Gott uns eröffnet und sie uns zum Segen werden.

Bei allen Sorgenwolken am kirchlichen Horizont, es wird zu Aufbrüchen und Neuanfängen kommen! Ein neuer Mensch im pastoralen Dienst wird mit neuen Ideen und Fähigkeiten unsere Gemeinde bereichern. Eine großartige Chance für unsere Gemeinde! Ich habe das Vertrauen und die Hoffnung, dass wir in den nächsten Jahren in Ruhe und Verlässlichkeit unsere Gemeindearbeit weiter gestalten können. Und dass wir ermutigt gemeinsam in die Zukunft unserer Ev.-Luth. Kirchengemeinde Harsewinkel schreiten werden, so wie es das Kirchenlied in der letzten Strophe sagt:

                                    

„Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.”

Vertrauen wir zusammen diesen Wegen, die uns Gottes Zukunft entgegenführen.

Ihr/Euer Jörg Eulenstein

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